Marienkapelle

Die imposante spätgotische Hallenkirche der Bürgerschaft auf dem Unteren Marktplatz gilt als ein Höhepunkt der Kunstgeschichte Würzburgs. Der Bau der Marienkapelle wurde 1377 begonnen und mit dem Turmbau gegen 1480 vollendet. Sie gilt als Höhepunkt spätgotischer Baukunst in Unterfranken und ist der Nachfolgebau einer zerstörten Synagoge.

Die "Kramläden", die bis heute existieren, entstanden bereits 1437.

In den Bogenfeldern der Portale findet man reiche plastische Bauzier. Besonders erwähnenswert sind hier die Figuren Adam und Eva, angefertigt von Bildhauer Tilman Riemenschneider. Sie wurden im Jahr 1975 durch Kopien ersetzt. Die Originale sind im Museum für Franken zu besichtigen.

Auf den Altären befinden sich vier Tafelgemälde von 1514. Bedeutend ist hier die Silbermadonna über dem Altar des nördlichen Seitenschiffes, geschaffen 1680 von Johann Kilian.

In den Seitenschiffen finden sich zahlreiche Grabmäler fränkischer Ritter und Würzburger Bürger, darunter auch das Grabmal des Konrad von Schaumberg († 1499) von Riemenschneider.

Die Marienkapelle in Würzburg beherbergt eine besondere Darstellung der Unbefleckten Empfängnis Marias am kleinen Nordportal: Ein Relief zeigt, wie Gott der Jungfrau Maria den Lebensatem durch einen langen Schlauch direkt ins Ohr bläst, was als "Ohrempfängnis" bekannt ist und ihre reine Empfängnis symbolisiert. Im Inneren widmet sich der Hauptaltar ebenfalls Maria und ihrer makellosen Empfängnis (Immaculata).

Beim Marktportal weist eine bronzene Gedenkplatte auf die Grabstätte des großen Barockarchitekten Balthasar Neumann (1687 – 1753) hin.

Quelle: Stadt Würzburg